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Marchtaler Plan

Unsere pädagogische Grundlage ist der „Marchtaler Plan“ - ein Schulkonzept, das an der Kirchlichen Akademie für Lehrerfortbildung in Obermarchtal entwickelt wurde als Erziehungs- und Bildungsplan für die katholischen Schulen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart in Baden-Württemberg und daher auch seinen Namen hat.

Die Umsetzung der Erziehungs- und Lernziele geschieht mittels der 4 Strukturelemente:

Morgenkreis, Vernetzter Unterricht, Freie Stillarbeit, Fachunterricht

Der Marchtaler Plan verfolgt ein ganzheitliches Konzept und hat Gedanken der Reformpädagogik u.a. nach Maria Montessori und Peter Petersen aufgenommen und in eigener Weise umgesetzt. Er macht Ernst mit der Forderung nach der Würde des Kindes, ganzheitlicher Erziehung und Befähigung zu Freiheit und Selbstverantwortung.

Die Inhalte des Lehrplans für die Bayerische Grundschule werden vollkommen übernommen. So ist sichergestellt, dass ein Kind ohne Nachteile die Schule wechseln bzw. auf eine weiterführende Schule übertreten kann.

Bei den Lernzielen folgen wir den Inhalten des staatlichen bayerischen Lehrplans für Grundschulen.
Die Strukturelemente werden von den Lehrer/Innen jeweils nach den Bedürfnissen der Klasse umgesetzt.

Morgenkreis

Der Morgenkreis eröffnet die Schulwoche am Montag und kennzeichnet den Wochenanfang als neu geschenkte Gabe und Aufgabe.

Der Morgenkreis ist ein Ort:

  • der Anschauung und Besinnung,
  • der viele Sinne ansprechen kann (Hören, Sehen, Riechen, Schmecken, Tasten),
  • der einlädt, Stille wahrzunehmen,
  • der eigene Gefühle und Meinungen zulässt.

Der Morgenkreise kann gestaltet werden durch:

  • Sinnesübungen,
  • Partnerübungen,
  • Übungen zur Stille, Meditationen,
  • biblische Erzählungen,
  • das Feiern von Festen des Kirchenjahres,
  • religiöse, ethische und philosophische Fragestellungen,
  • die Auseinandersetzung mit aktuellem Weltgeschehen, usw.

Durch Sammlung und Konzentration begegnen die Kinder einander, und miteinander Gott und finden zu sich selbst.
Er kann eine Atmosphäre schaffen, die für das Miteinander förderlich ist, das Kind zu Kreativität und Spontanität anregt und es sensibel macht für Glaubensfragen und Werte.

Vernetzter Unterricht

Der Vernetzte Unterricht ist das Kernstück des Marchtaler Plans, denn er hebt für uns die herkömmliche Gliederung der Unterrichtsinhalte nach Fächern auf. Stattdessen werden die Inhalte für uns so dargestellt, dass ihre Aspekte fächerübergreifend zum Tragen kommen, dadurch lernen wir Zusammenhänge und Hintergründe zu erschließen.

Vernetzt werden die Fächer Religion, Deutsch, Heimat- und Sachunterricht, Kunsterziehung und Musik. Die Wechselbeziehungen der Unterrichtsinhalte, ihre theologische, ethische, soziale und personale Bedeutung sowie die Belange von uns Kindern sind integriert in eine ganzheitliche Sicht des Menschen. Unser Ausgangspunkt ist jeweils die religiöse Komponente des Themas.

Im Vernetzten Unterricht verstehen wir, dass Sachen oder Vorgänge immer mehrere Seiten haben und wir lernen besser, Zusammenhänge zu erkennen und vernetzt zu denken.

Freie Stillarbeit

In der Freien Stillarbeit wird den individuellen Lernbedürfnissen der Kinder entsprochen. Die Lerninhalte aus allen Bereichen werden hier im eigenen Lerntempo erarbeitet, geübt, vertieft und wiederholt. Dies geschieht in unterschiedlichen Sozialformen (Einzel- Partner- oder Gruppenarbeiten)

Die Freie Stillarbeit beinhaltet die Elemente frei, still und Arbeit.
Die Kinder sind frei in der Wahl des Arbeitsthemas in der vorbereiteten Lernumgebung. Die Arbeits- und Zeiteinteilung, sowie der Arbeitsort wird dem Kind in relativer Freiheit zugetraut. Die Kinder lernen in der FSA mit diesen Freiheiten umzugehen. Regeln und Grenzen sind klar besprochen und werden umgesetzt. Es wird den Kindern ermöglicht, eigene Erfahrungen mit den verschiedenen Wahl- und Entscheidungsmöglichkeiten zu sammeln auf dem Weg zu einer selbstverantworteten Selbstständigkeit. Dadurch lernen die Schüler/innen Verantwortung zu übernehmen für ihren Lernprozess.

Das Lernen in verantworteter Freiheit - in der Freien Stillarbeit - gelingt in einem klar strukturierten Rahmen, der sog."Vorbereiteten Umgebung". Hier werden von den Lehrer/Innen Montessori-Material, Lern- und Arbeitsmittel bereitgestellt.
Um dem Kind zu helfen, die Arbeitszeit effektiv zu nutzen und den Überblick zu behalten, gibt es Pflichtaufgaben, die in einem bestimmten Zeitfenster erledigt werden müssen, das geschieht in Form eines Wochenplans. Hierbei kontrolliert das Kind seine Arbeit selbst und der Lehrer überprüft das Ergebnis.

Während der Freien Stillarbeit herrscht eine „Arbeitsruhe“. Das bedeutet ein konzentriertes Arbeiten in Stille, um sich und die anderen in der Konzentration nicht zu stören. Wenn bei Partner- oder Gruppenarbeiten gesprochen wird, geschieht dies im Flüsterton.

Die freie Stillarbeit ist keine „Stillbeschäftigung“, sie ist vielmehr eine Form des schulischen Arbeitens, die die Individualität des Kindes in den Mittelpunkt stellt.
Die Arbeit beginnt mit dem Herrichten des Arbeitsplatzes, denn Ordnung geht von Außen nach Innen.
Sie berücksichtigt verschiedene Lernmuster, ermöglicht individuelle Lernwege und spricht viele Sinneskanäle an.
Die Arbeit in der FSA ist eine aktive Auseinandersetzung mit Lerninhalten und basiert auf selbstständigem, selbsttätigem und entdeckendem Lernen.
Das Ziel ist es ebenso sich und seine Arbeit selbst zu organisieren, als auch eine gute Arbeitshaltung aufzubauen.
Vor Beginn der Freien Stillarbeit soll deshalb der "eigene Plan" für die tägliche FSA stehen.

Fachunterricht

Der Fachunterricht ergänzt den Morgenkreis, den Vernetzten Unterricht und die Freie Stillarbeit.

In den Fächern Mathematik, Sport, Fremdsprachen (Englisch ab Klasse 3) und Werken und Gestalten findet herkömmlicher Fachunterricht statt.
Ausgewählte Inhalte werden in die Freie Stillarbeit eingebracht bzw. bei einem möglichen Vernetzungsbeitrag in den Vernetzten Unterricht integriert.

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